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Prozesse


In unserer heutigen schnell lebenden Zeit möchten wir oft einfach nur schnell gewisse Dinge verarbeitet haben. Es liegt aber nicht nur an einer Art steten Konsumbereitschaft, sondern wir haben gerne auch Angst, uns Prozessen zu stellen. Verdrängung und einfach so weiterleben, als ob nichts geschehen wäre, kommen häufig vor. Doch eigentlich wissen wir, dass es Zeit braucht, mit Ereignissen klar zu kommen. Schicksalsschläge gibt es. Der Mensch hat sogar Mechanismen, um Dinge zu verarbeiten. Diese Verarbeitung läuft in vielen Fällen periodisch, von einem Schritt zum anderen und wieder durchmischt mit früheren Schritten. Zwei Schritt vor, einer zurück. Lineare Prozesse gibt es wenige. Die Verarbeitung in Prozessen ist etwas Gesundes.

Prozesse bedeuten Bewegung, vorwärts, rückwärts und wieder vorwärts. Sie durchzumachen kann mühsam sein, einem die Perspektive verbauen. Hier kommt es zu einer Gefahr: dem Stillstand in einem Prozess. Zum Beispiel kann ein Trauerprozess in die Abzweigung der Gram verlaufen, in welcher man neue Ordnungen legt, die nicht heraus führen.



Prozess-Begleitung


Prozesse bei sich selbst zu begleiten setzt eine Betrachtungsweise von sich selbst voraus, die etwas Abstand nimmt. Einen Objektivitätenwechsel. Als Experte für sich selbst hat man gelernt, gewisse Muster zu erkennen. Damit ist es einem möglich, die momentan bei einem selbst laufenden Prozesse zu erkennen. Der Blick auf den Zeitraum des Prozesses kann die Richtung anzeigen. Beispielsweise kann man die Richtigkeit einer traurigen Phase erkennen, mit dem Wissen, es geht weiter. So ist diese niederdrückende Phase nicht schlecht, sondern kann durchaus Sinn machen.
Der Schamanenstube begegnet immer wieder der Satz: wer so viel über Prozesse weiss, hat bei sich selbst wohl grosse Probleme, damit klar zu kommen. Ja, das mag stimmen. Aber nur, wenn man sich in so einem Prozess von aussen betrachtend etwas nicht zugesteht: das Mensch-Sein. Wir ehren uns, Prozesse zu durchlaufen.
Wir haben mal gehört, in China gab es früher eine andere Einstellung zum Wort Depression: das war ein Zustand, aus dem jemand reifer hervor geht. Seit es in China Psychopharmaka gegen Depression gibt, hat sich dieses Ehren einer in sich gekehrten Person verändert.
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