Bauanleitung einer Schamanenrassel aus Horn

So ein Kuh-Horn hat entscheidende Vorteile: es kostet nicht viel, es ist für kräftiges Rasseln äusserst geeignet und es liegt super in der Hand. Es lässt sich mit einer Hornrassel auch sehr zielgerichtet arbeiten. Die gekrümmte Form verlängert den Arm und macht ihn zu einem Werkzeug schamanischer Wirkkraft. Diese Anleitung hier ist vollständig und geleitet von den benötigten Materialen bis hin zur fertigen Hornrassel.

Material zum Bau einer Hornrassel

Materialliste

Hämatiten sind etwas schwerer und grössere Hörner dünnwandig. So eignen sich für ein grosses Horn eher die Bergkristalle.

Bohrungen des Horns

Bohrungen

Als erstes muss gebohrt werden. Das sieht schlimmer aus, als es ist. Horn lässt sich sehr gut bohren. Wichtig ist, dass der Bohrer nicht schon sehr angestumpft ist, sondern wirklich ein scharfes Teil ist. Die Bohrlöcher macht man, um später mit den Lederschnüren die Abdeckung fixieren zu können. Je mehr Löcher, je dichter die Hornrassel. Gerade bei Bergkristall empfehlen sich doch einige Löcher im Abstand von ca. 1.5 cm. Bergkristall wird staubig beim Rasseln. Keine Sorge, die hier gezeigte Hornrassel ist seit 20 Jahren im Einsatz. Sie staubt und rasselt wie am ersten Tag.
Das Horn haben wir mit einem Tuch umwickelt und es ganz fein in einen Hobelbank eingeschraubt. Achtung vor zu viel Druck: das Horn könnte brechen.

Hornrasselbau

Herstellung des Deckels

Das Zuschneiden des Leders, das genau in die Hornöffnung passt, erfordert einiges an Feingefühl. Wenn man sich Zeit lässt, klappts! Das Leder darf ein dickes Stück sein, das wie ein Pfropfen schliessen soll. Immer wieder einpassen, nachschneiden, wieder testen bis es perfekt ist.

Leder lochen

Als nächstes locht man das Leder. Bitte genau so viele Löcher und im gleichen Abstand machen, wie am Horn gebohrt wurden. Ich gebe zu: wir haben eine Lochmaschine. Aber das geht auch mit einfachen Lederlochern. Tipp: die Position der Löcher lässt sich gut markieren, wenn das Leder noch im Horn ist. Mit einem dünnen Schreiber durch die Hornlöcher die Stellen markieren. Diese finden sich dann auf der äusseren Kante des Deckels.

Hornrasselbau: Bergkristall und Abdeckung

Befüllen der Rassel

Soweit so gut. Wir haben: ein gelochtes Horn, ein gelochtes Lederstück, die Bergkristalle (schön auf dem Grün, nicht?) und Lederbändel. Wenn das die erste Rassel ist, die man baut: man hat immer das Gefühl, man müssen viel Material in eine Rassel pappen, damit sie gut klingt. Das Gegenteil ist der Fall. Hier gilt: weniger ist mehr. Zum Ausprobieren kann man den Deckel immer wieder provisorisch aufsetzen und den Klang testen. Dabei oben einfach noch mit dem Finger zuhalten.

Schnürung des Verschlusses

Fädelung für den Verschluss

Sind alle benötigten Bergkristalle drin, folgt der letzte Akt. Das Fädeln wirkt im Bild einfach, es ist aber eine ziemliche Werkelei. Mit Liebe und Geduld klappt aber auch dieser Teil. Für das Verknoten lohnt es sich, am Anfang etwas Lederband stehen zu lassen. Von Aussen in das Loch im Horn, von unten her in das Loch im Lederdeckel. Dann wieder über den Hornrand zum nächsten Loch. Am Schluss verknoten. Um einen sehr gut haltenden Knoten zu machen, kann es helfen, den Lederbändel vorher zu nässen. Beim Trocknen zieht es den Knoten dann noch stärker zusammen.

Hornrassel

Die fertige Hornrassel

Und schon ist die Hornrassel fertig. Bauzeit für ruhig arbeitende Werkler: ca. zwei Stunden. Man kann sie jetzt noch weiter verzieren, wir haben es hierbei belassen. Es ist möglich, weitere Lederbändel anzubringen. Dazu kann ein nasser Lederstreifen um sie herum gewickelt werden (oberhalb der Mitte hin zum Deckel oder weit unten), woran man weitere Bändel anbringt. An deren Enden können sich kleine Glöckchen gut machen. Wie man sie nun verziert, ist natürlich Geschmackssache. Für diesen Bericht belasse ich sie in dieser Grundform.

Wie sie tönt? – Gewaltig! Erschreckt nicht: Soundbeispiel

Die hier gezeigte Hornrassel tut ihren Dienst schon Jahrzehnte. Das Rasseln mit einem Horn hat verschiedene Vorteile. Hält man sie senkrecht, kann man mit Kreiselbewegungen die Kristalle im Innern drehen lassen. Mit etwas mehr Schwung, spürt man wie sie im Innern der Rassel an den Wänden hoch kommen. Lässt man sie dann noch an den Lederdeckel spicken, hat man eine grosse Kraftwirkung mit ihr.

Wir lieben diese Rasseln einfach. 🙂

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