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Die Yggdrasil Trommel


Einen meiner beiden in Auftrag gegebenen Holzringe habe ich letztes Jahr mit einem gekauften Leder bezogen. Das ging im Winter gut und sie hatte einen satten, erdigen Klang. Jedoch musste sie vorher einige Stunden über dem Ofen liegen, damit sie straff genug war.

Der Neubezug fand mit einem erneuten Abschmiergeln der Kanten des 80cm Eichen-Reifens und dessen zweifachen Einstreichens mit Klarlack an:


Eichenholz Rahmen der Schamanentrommel


Der Rahmen blieb über Nacht hängen und wurde mit Salbei geräuchert.

Da ich nicht schweissen kann, hab ich mir meine zuvor ausprobierte Methode der Schnürung bei meiner “kleinen Schwarzen” zunutze gemacht. Ich hab mir ein Seil gekauft, das lediglich 4% Dehnung zulässt. Es ist ein zwar Polyester-Gemisch, aber mit einem entscheidenden Vorteil: man kann es zusammenschweissen:


Seile für die Schamanentrommel


Ich hab zwei Seile gemacht für die Trommel. Ein unteres und ein oberes. Beide hab ich um die Trommel gewickelt, und angezogen, um einen minimalen Umfang zu erhalten.

Währenddessen genoss das Leder ein Bad im klaren Wasser:

Einweichen von Leder


Das pitschnasse Leder wurde über den Rahmen gezogen und das erste Ringseil darübergestülpt. Das ging relativ einfach. Das Leder liess sich wie gewohnt wieder sehr weit dehnen. Das hervorlugende Ende des Leders unterhalb des Seilrings wurde danach wieder nach oben gestülpt, sodass es den Seilring überdeckte. Nun konnte der zweite Ring auch wieder von oben her drübergespannt werden. Das benötigte sage und schreibe 6 Hände. Kurz vor dem Aufgeben gelang es dann:

Bespannung einer Schamanentrommel


Die im Bild ersichtlichen Ösen stammen von der alten Bindung her. Das übeschüssige Leder wird später abgeschnitten und somit fallen auch die Ösen weg.

Nun ging es ums Umdrehen der Trommel. Das Bangen war gross, ob uns der Seilring nicht wieder abspringt. Aber wir schafften es und konnten uns nun an die Schnürung wagen. Dazu wurde aus einem Seil ein Innenring gefertigt, der den Gegenzug liefern soll. Um das obere Seil haben wir vorher ein kleineres Seil gewickelt. So gibt es Ansetzpunkte für die Schnürung:

Spannung einer Schamanentrommel



Das erste Einfädeln begann ganz behutsam, um überall um den inneren Seilring denselben Abstand zum Holzrahmen zu haben. Wie man sieht, sind die beiden Ringe noch weit am oberen Rand des Rahmens. Danach wurde festgezogen und die Rahmenseile somit nach unten gezogen:


Bespannen einer Schamanentrommel


Das stehte Drehen der Trommel und weitere Festzurren benötigt viel körperliche Kraft. Dabei spürt man, wie das Leben in die Trommel fliesst.

Nach erfolgreichem Festzurren der Schnürung gab es ein Sonnenbad, welches noch einige Tage andauern wird. Die “neue” Trommel gab uns mit einem Bild gleich zu verstehen, dass sie nun geboren ist (Sonntag, 24. Juni 2007, ca. 14:00). Sie zeichnete für uns den Weltenbaum auf ihrer Vorderseite, der strahlend von der Sonne begrüsst wurde:

Die Yggdrasil Zeichnung auf der Schamanentrommel


Die Kosten:

Das Leder war teuer, ich glaub etwa 150 Fr, der Ring kam ebenso auf 150 Fr, dann noch die Schnüre und der Lack etwa auf 50 Fr. Alles zusammen 350 Fr. Mit einer Tierhaut vom Förster für ca. 20 Fr. wäre sie nur auf ca. 220 Fr. gekommen und ca. 3 Stunden Arbeit.

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