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Holzbiegeversuche


2 mal PI mal Radius ist der Umfang. Der Taschenrechner gibt da 10 Kilometer aus, wenn man einen 45 cm Durchmesser haben will. Naja, der Blumentopf hatte zum Glück genau 45 cm Durchmesser. Mit einem Kleidermessband, das man rundherumwurschteln kann, konnten wir den Umfang messen:
Ergebnis 150 cm! (8 cm davon sind Überlappung).

Darauf folgt das Absägen des Holzes. No problem: wir kommen mit der Elektromaschine angesurrt. Auch die Abschrägung der Enden war nach gewissen Logikverwirrungen auch zu bewerkstelligen, zumindest beim Kiefern-Holz.

Jetzt gehn wir baden, respektive Duschen! Unter süttig heissem Wasser wird das Holz gebädelt und warm gemacht. Leichtes Anbeugen bereits inklusive.

Tipptoppisach. Aber das war zu vorschnell und man denkt so bei sich, man werde den maximalen Beugefaktor schon erspüren:


Trommelring Bruch


Knickediknack... Das wars für die Nummer 1. Rest in peace!


Diese euphorisierte Methode ist zu reklamieren, also probierens wir mit dem Bügeleisen. - "Ja genau, das mit dem Dampfding!"
Und so beugen wir, dampfen wir, erhitzen wir am stärkeren Hölzlein rum. Das Bügeleisen leistet wirklich gute Dienste, aber eigentlich sollte der Beugedruck genau dort sein, wo das Bügeleisen ist. Ab sofort ist das Bügeleisen Druckmittel, um den gewünschten Beugefaktor zu erzeugen.

Coole Sache. Nach einem Anflug von Angst binden wirs zusammen und warten mal, wie es morgen früh aussieht:


Biegen von Holz für eine Schamanentrommel


Bei dieser nächsten Drehung durfte die künftige Trommel wieder ins Bad unter die Dusche. Da die erste Rundung sich mittlerweile festigte, konnte das Holz mit in die Dusche auf den Duschboden.
Nach einer ausgedehnten Putzpartie konnte die Schnur am offenen Ende weiter angezogen werden. In die Mitte bugsierten wir ein Lättlein, damits auch schön rund wird.

Es eiert noch und ca. 8 cm sind abgebrochen am einen Ende, aber es wird noch reichen! Das war die Überlappungsreserve. Es wird auch ohne Überlappung gehen... Jetzt einfach aufpassen!


Spannung beim Holzbiegen für eine Schamanentrommel


Also es ist ja nunmal so, dass all das Holz, das wir verwendet haben, sich mit ein wenig Übung sehr weit biegen liess. Gaaanz vorsichtig erzeugten wir die besten Versuche unter der heissen Dusche.

Die letzten sind in der Nacht gesprungen, ohne weiteres Zutun. Wir hatten die Reifen jeweils in einem Schraubstock eingespannt, damit sie nicht anfangen, zu schlingern.
Tja, und des Morgens sahen wir dann die Überraschung: alle sind gesprungen.

Man sieht ehrlich gesagt erst, wenn sie auseinanderbersten, dass es sich um verarbeitetes Holz handelt und nicht ein echt gewachsenes Stück war. In der Schweiz wird es bei all den OBIs und Do-It-Yourself Läden schwierig, echtes Holz zu bekommen, das nicht irgendwie zusammengeleimt ist. Von aussen sieht man das noch nicht einmal mehr.

Es gibt für den Rahmen wohl nur die Lösung, das von einem professionellen Wagner machen zu lassen.


Nachtrag: aus den verschiedenen gebrochenen Rundungen hab ich einen nicht wirklich runden Kreis geklebt und mit einem Metallband aussenrum verstärkt. Das ist ziemlich stabil und reichte für eine Trommel. Ich hab billiges, gegerbtes Leder genommen.
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