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Mittelwelt: Kommunikation mit Pflanzen, Tieren und Gegenständen


In den mittleren Welten begegnet man vielem, was auch in der alltäglichen Wirklichkeit vorhanden ist. Die andersweltlichen Entsprechungen erlauben allerdings eine klare Kommunikation. Man kann mit allem sprechen, was mit einem sprechen möchte. Alles ist beseelt und so auch als Wesen fassbar. In den mittleren Welten begegnet einem auch weniger Freundliches, was zur Wachsamkeit raten kann. Aber in der normalen Alltagswelt passt man ja auch auf, wenn man über die Strasse geht.



Kondor Krafttier Tanz




Der Krafttiertanz


Ich sitze wieder auf meinem Lieblingsplatz. Dieses mal ist es Spätsommer….nicht mehr so heiss, und Nachmittags. Es weht ein angenehmer, warmer Wind. Die Birken li von mir haben sich schon etwas verfärbt, die Prärie hat sich auch etwas ins gelbliche verändert.
Im Dorf unten herrscht reges Treiben, ein paar Leute sind am Fluss, ich sehe Kinder spielen in der Mitte des Dorfes und einige Menschen hin und her laufen. Ich sollte auch dort sein und den Frauen mithelfen aber ich möchte noch etwas bleiben. Ich strecke mich, atme tief durch und denke wie wunderschön doch dieses Stück Erde ist.
Dann sehe ich mein Krafttier, meinen Bison wieder von rechts auf mich zu kommen, langsam den Pfad hinauf bis er vor mir steht. Er legt sich hin und wartet…. wahrscheinlich auf den richtigen Moment. Ich streichle seinen Kopf, seine Nüstern sind feucht, seine „Mähne“ ist drahtig und warm. Ich fühle mich sehr verbunden mit ihm.
Ich fange an ihm alles nach zu machen, drehe meinen Kopf so wie er, pruste durch die Nüstern. Ich bin schon in ihm, eins mit ihm so plötzlich, ich habe den Übergang gar nicht gespürt. Ich bin zwar noch ich, aber ich bin jetzt Büffel.
Ich stehe auf, schüttle mich, meinen massiven unglaublich starken Körper. Ich bin sehr schwer, meine Hufe stampfen mit grosser Kraft auf den trockenen Boden. Ich fühle mich wie ein Fels, so zentriert und als ob mich nichts und niemand umstossen könnte. Ich gehe nach unten auf die Prärie, gehe ein paar Schritte, bleibe im offenen Land stehen und schaue mich um. Ich schaue zum Dorf, alle sind mit sich selber beschäftigt, es scheint keine Gefahr von dort zu kommen, ich nehme eine „Nase voll“, atme tief ein, rieche etwas gekochtes, und den süssen Duft der Prärie, mit all seinen Kräutern und Gräsern.
Ich habe Durst und laufe zum Fluss, ich steige den kleinen Abhang hinunter und trinke, das Wasser ist angenehm kalt und sehr erfrischend. Ich steige wieder hinauf und spüre plötzlich eine unbedingte Lust los zu rennen, einfach so, ohne Grund. Ich stampfe los, ohne Anstrengung, mein starker Körper ist dafür gemacht, meine Hufe stampfen auf den Boden, ich kann mich nicht mehr halten und lege meine ganze Energie ins Rennen, das ist mein Element. Es ist nicht zu heiss, nicht zu kalt, ich fühle mich einfach nur vollkommen wohl.

Ich sehe meine Herde weiter vorne und renne zu ihr. Sie heissen mich still willkommen, wir schauen uns an, ich lege mich entspannt hin, fühle mich geborgen umgeben von Ihnen, hier kann ich die Augen zu machen und etwas dösen. Was für ein schönes Leben. Ich nehme noch einen Mund voll Präriegras, schmeckt süsslich und noch ziemlich saftig, aber nicht mehr so saftig wie noch vor ein paar Monaten…der Herbst kündigt sich an. Ich schliesse die Augen und höre die vertrauten Geräusche um mich, das Schnauben, den Wind, das Rauschen des Grases. Schön. Dann muss ich wieder gehen, es ist Zeit. Ich laufe noch einmal los, hin zu meinem Sitzplatz.
Ich steige hinauf wieder auf meinen Vorsprung und da sitze ich wieder und schaue meinen Büffel an, er liegt wieder vor mir und er sieht aus als würde er etwas lächeln, ich glaube auch ihm hat das gefallen. Ich bedanke mich und frage ihn was ich davon mitnehmen kann in mein tägliches Leben. Er sagt, das werde ich dann schon wissen wenn ich es brauche. Ich sage ihm er soll auf sich aufpassen und das ich wieder komme.
Ich schaue zu meinem Dorf und es fällt mir etwas schwer zu gehen, aber es ist Zeit. Ich werde wieder kommen.
Ich weiss was ich gespürt habe, das Gefühl von absoluter Ruhe, Ausgeglichenheit, vor allem diese undendliche, unabhängige Kraft und Energie, Standhaftigkeit, Spontanität, unbändiger Freude, Friede, Gutmütigkeit und das Hinnehmen aller Dinge weil alles gut so ist wie es ist, ohne zu hinterfragen. Dieses Gefühl möchte ich mir bewahren.



Mittelwelt und die Natur


In schamanischer Trance verändert sich die Sicht auf die Natur. Viel mehr als mit dem Auge ersichtlich kann einem im erweiterten Bewusstseinszustand als belebt vorkommen. Die Wahrnehmung kann sich auf gewisse Art und Weise äussert unlogisch darstellen. So ist es möglich, ein Wesen eines Busches zu erblicken, welches ein unabhängiges Leben führt. Gleichzeitig ist es Teil der Böschung an einem Bach, welches in sich ebenso unabhängig ist.
Dieses Zusammenspiel in der Natur zu verstehen, kann lange Jahre schamanischer Mittelweltreisen bedeuten. Vielleicht ist es hilfreich, einfach zu geniessen, was man sieht. Und mit dem Busch ein Gespräch zu führen und ein anderes mit der Böschung.


Naturgeister




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